Bernd Albers + Bürgermeister der Gemeinde Stahnsdorf

i2030-BOTSCHAFTER:IN

Bernd Albers + Bürgermeister der Gemeinde Stahnsdorf

 

Gemeinde Stahnsdorf mit Bürgermeister Bernd Albers

Die wachsende Gemeinde Stahnsdorf mit über 16.500 Einwohner*innen besaß bereits bis zur Teilung 1961 einen S-Bahnanschluss, der nun auf einem anderen Streckenverlauf entlang der raumplanerisch festgelegten Freihaltetrasse wiederhergestellt werden soll. Rund 6.000 Berufspendler*innen machen sich täglich aus Stahnsdorf auf den Weg zur Arbeit, jede/r Zweite von ihnen arbeitet in Berlin. Auch in der Gegenrichtung steigen die Zahlen der Pendler*innen. In der Gemeinde Stahnsdorf selbst gibt es zwei kommunale Gewerbegebiete sowie mehrere privat geführte Gewerbeareale. Die ansässigen Firmen erhoffen sich mit einem Bahnanschluss eine Attraktivitätssteigerung der Gemeinde, um potenzielle Bewerber*innen vom Arbeitsstandort zu überzeugen.

Zum i2030-Teilprojekt der S25 Süd gehört ein zweigleisiger Streckenausbau zwischen Berlin Südende und Berlin-Lichterfelde Ost sowie die S-Bahnverlängerung von Teltow-Stadt nach Stahnsdorf (Sputendorfer Str.). Insgesamt beläuft sich der Ausbau auf der S25 Süd für den Neu- und Ausbau auf 7 Kilometer. Die S-Bahn soll dann im 10-Minuten-Takt nach Stahnsdorf verkehren. Derzeit steht die Vorplanung vor dem Abschluss und die Finanzierung für die folgenden Leistungsphasen 3 und 4 (Entwurfs- und Genehmigungsplanung) ist durch die Länder Berlin und Brandenburg abgesichert. Damit kann die Planung bis zum Abschluss der Genehmigungsverfahren nahtlos fortgesetzt werden. Zum Stand der Planungen führt die Deutsche Bahn auch im Jahr 2025 wieder Informationsveranstaltungen vor Ort durch.

Im Interview schildert Bürgermeister Bernd Albers, dass heute viele Pendler*innen von und nach Stahnsdorf auf das Auto angewiesen sind und sich täglich auf der staugeplagten AVUS bei den anderen Pendler*innen einreihen. Hier kann der S-Bahnanschluss die Anfahrt zum Arbeitsplatz nach und von Berlin bequemer gestalten, den umweltfreundlichen ÖPNV stärken und den Autoverkehr reduzieren.

Weil der S-Bahnanschluss eine große Chance für die Gemeinde darstellt, hält sie Flächen für das Ausbauprojekt vor und engagiert sich stark für die Gestaltung des zukünftigen Bahnhofsumfeldes am Endpunkt. Ziel ist es, dort ein neues Ortszentrum zu schaffen, das für alle Mobilitätsformen gut erreichbar ist, Dienstleistungen anbietet und ein Ort der Begegnung wird. Bei der Entwicklung werden die Stahnsdorfer*innen u. a. durch Umfragen und Workshops beteiligt. Das von der Gemeinde beauftragte Planungsbüro steht zudem im stetigen Fachaustausch mit den Planer*innen der Deutschen Bahn. Auch alle weiteren i2030-Partner begleiten die Planungen mit allen Beteiligten, damit der S-Bahnanschluss bis 2032 gelingt.

Weitere Informationen zum S-Bahnanschluss bietet die Gemeinde unter: www.stahnsdorf.de/sbahn

Botschafter:innen für i2030

Filippo Smaldino + Bürgermeister der Gemeinde Mühlenbecker Land

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Filippo Smaldino + Bürgermeister der Gemeinde Mühlenbecker Land

 

Gemeinde Mühlenbecker Land mit Bürgermeister Filippo Smaldino

Zur Gemeinde Mühlenbecker Land gehören die Ortsteile Mühlenbeck, Schildow, Schönfließ und Zühlsdorf. Über 15.000 Einwohner*innen schätzen das naturnahe Wohnen in der Nähe der Hauptstadt. Heute sind nur einige Siedlungen über die RB27 (Heidekrautbahn) und die S8 per Schiene angebunden.

Bereits in der Vergangenheit war die Verbindung der Stammstrecke der Heidekrautbahn eine wichtige Bahnverbindung für die Region. Dieser Teil der Strecke wurde mit dem Mauerbau gekappt. Mit der geplanten Reaktivierung sollen die Stationen Schildow, Schildow-Mönchsmühle und Mühlenbeck eine direkte Verbindung nach Berlin Wilhelmsruh und später nach Berlin-Gesundbrunnen erhalten, wie sie schon früher bestand. Vom Streckenausbau profitieren auch weitere Gemeinden nördlich von Berlin aber auch Naherholungssuchende, denn die Region ein beliebtes und wichtiges Naherholungsgebiet.

Das Projekt Reaktivierung Stammstrecke umfasst den Wiederaufbau der Strecke für den Personennahverkehr auf 14 Kilometer Länge von Berlin-Wilhelmsruh nach Schönwalde. Mit der Inbetriebnahme werden umweltfreundliche Wasserstoffzüge anfangs im Stundentakt (1. Ausbaustufe) und später im 30-Minuten-Takt (Zielzustand) verkehren. Aktuell befindet sich das Projekt in der Planfeststellungsphase. Nach Erteilung des Planrechts kann der Bau umgesetzt werden.

Im Interview schildert Bürgermeister Filippo Smaldino wie das Mühlenbecker Land in den letzten Jahrzehnten mehrere tausend Einwohner*innen dazugewonnen hat. Werktags zieht zusätzlich ein Pendlerstrom von den Landkreisen Oberhavel und Barnim mit über 14.000 Autos durch die Verkehrsader Mühlenbecker Land. Die Reaktivierung der Stammstrecke der Heidekrautbahn soll diesen Zustand verbessern, in dem die Verkehre so weit möglich umweltschonend mit der Bahn abgewickelt werden können.

Die Erteilung des Planrechts durch die Genehmigungsbehörde der Länder ist dazu ein wichtiger Meilenstein. Dabei müssen alle Interessen und Bedürfnisse der Betroffenen gegeneinander abgewogen werden. Für den Bürgermeister sind Lärm- und Naturschutz die wesentlichen Themen, die alle Beteiligten im Blick haben müssen. Zusätzlich unterstützt er die Projektpartner – die Länder Berlin und Brandenburg sowie die Niederbarnimer Eisenbahngesellschaft und den VBB dabei –die Menschen für das Vorhaben zu gewinnen. Wichtig dafür ist, die Vorteile aufzuzeigen. Mit der reaktivierten Bahnstrecke werden die Fahrgäste in rund 20 Minuten aus der Gemeinde Mühlenbecker Land ins Berliner Zentrum gelangen. Gleichzeitig werden damit die gemeinsamen Klimaziele unterstützt und der Autoverkehr durch die Ortsteile reduziert.

Botschafter:innen für i2030

Michaela Wiezorek + Bürgermeisterin der Stadt Königs Wusterhausen

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Michaela Wiezorek + Bürgermeisterin der Stadt Königs Wusterhausen

 

Stadt Königs Wusterhausen mit Bürgermeisterin Michaela Wiezorek

Königs Wusterhausen ist die größte Stadt im Landkreis Dahme-Spreewald und als Wohn- und Ausflugsort beliebt. Die sieben Ortsteile umfassende Stadt mit rund 40.000 Einwohner*innen entwickelt sich rasant. In den letzten Jahren sind viele neue Wohngebiete entstanden. Während einige der Ortsteile ihren dörflichen Charme bewahrt haben, machen sich andere als Gewerbestandorte einen Namen.

Umweltfreundliche Mobilität als Alternative zum motorisierten Individualverkehr wird in der Stadt großgeschrieben. Das zeigen u.a. die Pläne für ein Mobilitätskonzept, das bis 2030 umgesetzt werden soll sowie der Aufbau und Betrieb von Mobilitätsstationen mit Sharingangeboten innerhalb des Stadtgebietes.

Gleichzeitig führt der Bahnhof Königs Wusterhausen zu einem Engpass in der Schieneninfrastruktur von Brandenburg. Deshalb werden innerhalb des Projektes i2030 in mehreren Baustufen die Voraussetzungen für stabileren Schienenverkehre geschaffen. Fahrgäste können zukünftig zuverlässiger zwischen Berlin und Brandenburg pendeln und das Zugangebot in Richtung Cottbus erhöht sich. Ebenso wird die Schienenanbindung des Hafens Königs Wusterhausen deutlich verbessert. Aktuell wird durch das Erweitern der Eisenbahnbrücke „Nottekanal“ sowie den Bau eines zusätzlichen Gleises die gleichzeitige Einfahrt von Zügen aus Richtung Berlin auf Gleis 1 und die Ausfahrt der Züge von Gleis 3 in Richtung Berlin ermöglicht. Dafür werden in einer 1. Baustufe am Nordkopf zwei neue Weichen und eine Gleisverbindung auf dem vorhandenen Damm eingebaut. Mit der Fertigstellung wird bis Ende 2026 gerechnet.

Wegen der umfassenden Baumaßnahmen im Bereich des Bahnhofs Königs Wusterhausen wird es auch zu zeitweisen Einschränkungen in der Betriebsdurchführung kommen. Darum ist es Bürgermeisterin Michaela Wiezorek wichtig, dass alle Nutzerinnen und Nutzer der Schiene zu den anstehenden Maßnahmen kontinuierlich informiert werden und die Hintergründe erklärt bekommen. Dadurch wird es besser verständlich, dass es Sinn macht, unbequeme Zwischenzustände auszuhalten, bis das Ergebnis zu besseren Verbindungen auf der Schiene führt. Meilensteine für die Stadt sind die Fertigstellung der Eisenbahnüberführung, das angestrebte zweite Gleis für die S-Bahn und der Umbau des Bahnhofs-Nordkopfes, der dann auch die Bedienung des nahegelegenen Binnenhafens verbessert.

Das Thema Verlässlichkeit sieht Bürgermeisterin Wiezorek ganz oben auf der Agenda. Mit einer verlässlichen Finanzierung und der Zusammenarbeit für das gemeinsame Ziel kann die Umsetzung in den geplanten Zeitfenstern gelingen.

Botschafter:innen für i2030

André Stahl + Bürgermeister der Stadt Bernau

i2030-BOTSCHAFTER:IN

André Stahl + Bürgermeister der Stadt Bernau

 

Stadt Bernau mit Bürgermeister André Stahl

Bernau ist mit über 45.000 Einwohner*innen die größte Stadt im Landkreis Barnim und von hohen Pendlerströmen nach und von Berlin geprägt. Die Stadt hat als brandenburgisches Mittelzentrum eine besondere Bedeutung als Siedlungsschwerpunkt und Verkehrsknoten für die Region. Im Ortsgebiet liegen vier wachsende Gewerbegebiete, die von der Nähe zur Hauptstadt profitieren.

Beim geplanten i2030-Ausbau wird die S-Bahn Anbindung der Linie S2 vom heutigen 20-Minuten auf einen 10-Minuten-Takt verbessert. Derzeit endet der 10-Minuten-Takt in Berlin-Buch. Für den acht Kilometer langen Abschnitt zwischen Röntgental und Bernau untersucht ein Planungsbüro im Auftrag der Deutschen Bahn bis 2026 verschiedene Varianten für den Infrastrukturausbau.

Das Ziel der Taktverdichtung kann entweder durch einen durchgehenden zweigleisigen Ausbau oder alternativ mit einer Errichtung zusätzlicher Begegnungsabschnitte erreicht werden, während andere Abschnitte eingleisig bleiben. In der Vorplanungsphase werden die an der Strecke liegenden Kommunen in die laufenden Planungen einbezogen und die Bürger*innen über die aktuellen Stände informiert.

Im Interview schildert Bürgermeister André Stahl (Die Linke) den hohen Bedarf der Bernauer*innen nach einer höheren Frequenz der S-Bahn, da die Stadt und Umgebung eine hohe Zahl von Pendler*innen aufweist, die tagtäglich von und nach Bernau zur Arbeit fahren.

Umso erfreulicher ist, dass mit Finanzmitteln der Länder Berlin und Brandenburg nun die Planungen im Projekt i2030 angestoßen wurden und verschiedene Varianten für den Ausbau erstellt werden. Nach einer erfolgreichen Planfeststellung und der Verfügbarkeit der benötigten Investitionsmittel soll der Ausbau aus Sicht des Bürgermeisters möglichst schnell begonnen werden. Die Stadt wird sich dafür einsetzen, mit allen Akteuren zu einer schnellen Umsetzung zu kommen.

Dass der ÖPNV für die Stadt eine wesentliche Rolle spielt, zeigt auch der geplante klimagerechte Umbau des Bahnhofsvorplatzes. Dafür erhält die Stadt Bernau Finanzmittel aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE). Das Vorhaben soll Ende 2026 fertiggestellt werden.

Die i2030-Partner freuen sich, mit der Stadt für die kommenden Planungsphasen einen engen Austausch für die Maßnahmen zur Ermöglichung des 10-Minuten-Taktes zu führen. Gemeinsam wollen wir das Gemeinschaftsprojekt i2030 der Länder Berlin und Brandenburg, sowie Deutscher Bahn und VBB bei der Bevölkerung weiter bekannt machen, um die Umsetzung des Großprojektes zu beschleunigen.

Botschafter:innen für i2030

Ansgar Scharnke + Bürgermeister der Gemeinde Neuenhagen bei Berlin

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Ansgar Scharnke + Bürgermeister der Gemeinde Neuenhagen bei Berlin

 

Gemeinde Neuenhagen bei Berlin mit Bürgermeister Ansgar Scharnke

Die Brandenburger Gemeinde Neuenhagen, mit rund 20.000 Einwohner*innen, liegt am östlichen Stadtrand Berlins. Mehr als 1.500 Gewerbebetriebe aus Logistik, Handel, Bau und Handwerk sind im Ort beheimatet. Darüber hinaus gibt es im gesamten Ort zahlreiche klein- und mittelständische Unternehmen, die für Arbeitsplätze und Wirtschaftskraft sorgen. Gemeinsam mit der Nachbargemeinde Hoppegarten bildet Neuenhagen ein Mittelzentrum in Funktionsteilung. Die Kommune übt damit eine Versorgungsfunktion für die anliegenden Nachbargemeinden aus.

Beim geplanten i2030-Ausbau profitiert Neuenhagen vom geplanten 10-Minuten-Takt der S-Bahnlinie S5, der derzeit nur bis Hoppegarten führt. Statt alle 20 Minuten kann mit dem i2030-Ausbau der Infrastruktur die S-Bahn dann alle 10 Minuten bis Strausberg verkehren. Dafür wird die Strecke (teil)zweigleisig ausgebaut. Derzeit läuft die Vorplanung durch die DB InfraGO AG, diese wird vsl. im Jahr 2026 abgeschlossen sein. Mit den dabei erarbeiteten Grundlagen werden Fachgespräche mit den Kommunen geführt und die Bürger*innen über die aktuellen Stände informiert.

Im Interview schildert Bürgermeister Ansgar Scharnke (Die Parteilosen), wie der Bahnanschluss entlang der historischen Ostbahn in den letzten Jahrzehnten die Entwicklung der beiden Ortsteile von Neuenhagen zu einem lebenswerten Wohnort gemacht hat. Täglich nutzen zahlreiche Pendler*innen die S-Bahnverbindung, um zu ihrem Arbeits- oder Ausbildungsplatz zu kommen.

Ein Augenmerk bei der jetzigen Planung legt der Bürgermeister auf die höhengleichen Schienenquerungen (Bahnübergänge/Bahnschranken), die beide Ortsteile verbinden. Mit der erhöhten Taktung muss geklärt werden, ob diese Schranken erhalten bleiben können oder andere Lösungen für die Querungen gefunden werden müssen. Herr Scharnke sieht an der Hauptverkehrsverbindung beider Ortsteile am Bürgerhaus eine Unterführung der Schienen als mögliche Lösung an, durch die das i2030-Projekt noch mehr Akzeptanz bei den Neuenhagenern erfahren würde. Die Frage der Querung muss mit allen beteiligten Akteuren, auch unter Beachtung von städtebaulichen Belangen und von Kostenaspekten, im weiteren Projektverlauf geklärt werden.

Die Kommune setzt sich dafür ein, alle Verkehre auf die S-Bahnstation auszurichten, damit Pendler*innen, zu Fuß, mit Fahrrad, Bus oder Auto den Bahnhof gut erreichen und der öffentliche Nahverkehr gestärkt wird. Dazu plant die Gemeinde in den kommenden Jahren die Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes. Der Bau einer Radabstellanlage mit 280 neuen Fahrradstellplätzen steht unmittelbar bevor.

Die i2030-Partner freuen sich, mit der Gemeinde in den kommenden Planungsphasen einen engen Austausch für die Umsetzung des 10-Minuten-Takts zu führen. Gemeinsam wollen wir das Gemeinschaftsprojekt i2030 der Länder Berlin und Brandenburg, der Deutschen Bahn und des VBB bei der Bevölkerung bekannter machen, denn nur mit dem gemeinsamen Willen kann die Realisierung des Großprojektes gelingen.

Botschafter:innen für i2030

Nico Ruhle + Bürgermeister der Fontanestadt Neuruppin

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Nico Ruhle + Bürgermeister der Fontanestadt Neuruppin

 

Fontanestadt Neuruppin mit Bürgermeister Nico Ruhle

Die Fontanestadt Neuruppin mit 31.600 Einwohner*innen ist die Kreisstadt des Landkreises Ostprignitz-Ruppin. Sie bietet optimale Bedingungen als Wohn- und Arbeitsort und genießt eine hohe Nachfrage bei Wohnraum und Bauplätzen. Mit der Leitlinie Stärkung des Umweltverbundes in der „Neuruppin Strategie 2030“ haben die Stadtverordneten Ziele und Maßnahmen formuliert, um Fußgänger, Radfahrer und Nutzer*innen von Bus und Bahn stärker bei den Stadtplanungen zu berücksichtigen.

Im Projekt i2030 soll bis 2027 ein 30-Minuten-Takt im Regionalverkehr von und nach Neuruppin etabliert werden. Damit der Prignitz-Express (RE6 und RB55) zweimal die Stunde verkehren kann, müssen die Kreuzungsbahnhöfe Kremmen und Wustrau-Radensleben sowie ein Begegnungsabschnitt zwischen Kremmen und Beetz-Sommerfeld ausgebaut werden. Das Projekt befindet sich im fortgeschrittenen Stadium. Die Planrechtsverfahren befinden sich vor dem Abschluss und das Land Brandenburg hat Ende 2024 mit Unternehmen der Deutschen Bahn einen Realisierungs- und Finanzierungsvertrag für die letzten Planungen sowie die bauvorbereitenden Arbeiten des Infrastrukturvorhabens unterzeichnet. Die Antragstellung für eine Förderung durch den Bund läuft parallel.

Im Interview erhofft sich Bürgermeister Nico Ruhle (SPD), dass sich mit der verbesserten Anbindung zwischen Neuruppin und Berlin unter anderem das Umfeld vom Bahnhof Neuruppin West zu einem attraktiven Wohn- und Arbeitsort entwickelt. Mit der Schaffung einer Mobilitätszentrale sollen Bus und Bahn im Ort noch besser vernetzt werden, damit der ÖPNV für die täglichen Pendlerströme gestärkt wird. Der Bürgermeister setzt sich dafür ein, dass während der anstehenden Bauarbeiten an der Schienenstrecke die Fahrgäste trotzdem ein gutes ÖPNV-Angebot eingerichtet wird. In der Zusammenarbeit mit den Projektbeteiligten setzt Neuruppin auf Verlässlichkeit bei den getätigten Zusagen, den Willen nach Beschleunigung der Prozesse und eine gute Kommunikation nicht zuletzt mit den Bürger*innen, um die zeitweisen Einschränkungen im Bahnverkehr nachvollziehbar zu begründen. Als Botschafter-Kommune will Neuruppin hier gern die i2030-Partner bei der Umsetzung unterstützen.

Botschafter:innen für i2030

Manuel Meger + Bürgermeister der Stadt Nauen

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Manuel Meger + Bürgermeister der Stadt Nauen

 

Stadt Nauen mit Bürgermeister Manuel Meger

Die Stadt Nauen im Landkreis Havelland hat rund 20.000 Einwohner*innen. Sie erstreckt sich über eine Gesamtfläche von 268 km², verfügt über 14 Ortsteile und zählt damit zu den flächengrößten Gemeinden Deutschlands. Infrastrukturell fungiert die Stadt als Mittelzentrum und in den letzten Jahren gab es einige bedeutende Gewerbeansiedlungen sowie ein stetiges Bevölkerungswachstum.

Nauen liegt an der Strecke der Hamburger Bahn, auf der Fern-, Regional-, und Güterzüge parallel unterwegs sind. Im Projekt i2030 sollen auf der 23 Kilometer langen Strecke zwischen Berlin-Spandau und Nauen zusätzliche Gleise entstehen, damit die Zugtaktungen verbessert, die Züge pünktlicher und die Vorgaben des Deutschlandtaktes umgesetzt werden können. Derzeit befindet sich die Vorplanung in der Finalisierung und die i2030-Partner führen Gespräche mit dem Bund, um die weitere Planung für das Vorhaben sowie die spätere Baufinanzierung abzusichern. Mit der Aufnahme der Strecke in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans / Bundesschienenwegeausbauwegegesetzes Ende 2023 wurde hier ein äußerst wichtiger Meilenstein erreicht.

Im Interview setzt sich Bürgermeister Manuel Meger (Ländliche Wählergemeinschaft Nauen, LNW) für den Erhalt der bestehenden Struktur des Bahnhofs sowie den Bau von vier Streckengleisen bis Nauen ein.Mit dem Ausbau werden auch umfassende Anpassungen des Bereichs notwendig. Wichtig für die lokale Wirtschaft ist dabei der Erhalt der Schienenanbindung an das Gewerbegebiet, auf dem unter anderem die BSH Hausgeräte GmbH mit ca. 400 Mitarbeiter*innen angesiedelt ist.

Für das Gelingen des Schienenausbaus auf der Hamburger Bahn müssen alle Beteiligten von der Bundespolitik, Landespolitik und der kommunalen Familie mit den Planer*innen und den Bürger*innen zusammenarbeiten. Hierzu steht schon 2025/2026 ein erster gemeinsamer Kraftakt bevor, wenn im Rahmen der Generalsanierung des DB Hochleistungsnetzes umfassende Baumaßnahmen durchgeführt werden, um die bestehende Eisenbahn-Infrastruktur zwischen Berlin und Hamburg abzusichern. Dazu muss die Strecke für neun Monate gesperrt und ein umfassender Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet werden.

Mit dem Projekt i2030 wird schon jetzt der zukünftige Ausbau der vielbefahrenen Strecke vorbereitet. Das Ziel ist, bis Mitte der 2030er-Jahre die Schieneninfrastruktur den gesteigerten Mobilitätsansprüchen anzupassen. Auf dem Weg dahin werden die i2030-Partner – die Länder Berlin und Brandenburg, die Deutschen Bahn und der VBB – im engen Austausch mit der Stadt Nauen stehen.

Botschafter:innen für i2030

Maximilian Friedrich + Programm Manager i2030 von der DB Netz AG

i2030-BOTSCHAFTER:IN

Maximilian Friedrich + Programm Manager i2030 von der DB Netz AG

 

Was soll durch das Projekt i2030 erreicht werden?

Durch das Projekt i2030 soll eine ganze Menge gleichzeitig erreicht werden. Es gibt verschiedene Ebenen. Auf der höchsten Ebene würde ich sagen, leisten wir unseren Beitrag dazu, dass das Pariser Klimaschutzabkommen eingehalten werden kann. Es ist Konsens in der Gesellschaft, dass das unter anderem eben auch durch verändertes Verkehrsverhalten erreicht wird. Das ist so auf einer ganz globalen Ebene zu betrachten.
Auf einer weiteren Ebene hat die Bundesregierung das Ziel ausgerufen, bis 2030 die Fahrgastzahlen im öffentlichen Verkehr zu verdoppeln und 75 % des Schienennetzes zu elektrifizieren. Die Bundesregierung hat den „Deutschlandtakt“ erarbeitet und die regionalen Ziele sind, die Region Berlin-Brandenburg besser miteinander zu vernetzen. Es geht darum, eine Alternative zum Individualverkehr zu schaffen. Also ganz viele verschiedene Akteure und Ziele, die es in unserem Projekt zu vereinen gilt. Das macht es auch so spannend. 

Welche Meilensteine möchten Sie hervorheben?

Als ersten großen Meilenstein, der schon ein paar Jahre zurückliegt, aber ganz essentiell für das Programm ist, dass die Länder Berlin und Brandenburg und die Deutsche Bahn sich zusammengesetzt und das Programm überhaupt ins Leben gerufen haben. Solche Programme gibt es deutschlandweit nirgendwo anders. Berlin und Brandenburg und die Bahn sind in die Bresche gesprungen oder in Vorleistung gegangen, um eben die Verkehrswende, die immer so schön postuliert wird, auch tatsächlich zu platzieren und voranzutreiben. Daran anschließend gibt es viele kleine Meilensteine: Dazu zählt jede Finanzierung. Jeder Korridor, der eine Finanzierung für eine weitere Planungsstufe erhalten hat, ist ein wichtiger Meilenstein.
Letzte wichtige Punkte waren Anfang des Jahres 2023 die Finanzierungsvereinbarung für die Potsdamer Stammbahn und für die Linie S25 Nord. Das bedeutet, dass auch in den Korridoren die Planungen weiter vorangetrieben werden können. Wir haben in allen Korridoren aktuell Planungsvereinbarungen zwischen Ländern und DB beschlossen beziehungsweise abgeschlossen. Auch das ist ein wichtiger Meilenstein, der bislang erreicht wurde. 

Was ist für das Gelingen der Projekte wichtig?

Für das Gelingen der Projekte ist wichtig, dass alle Akteure an einem Strang ziehen. Zu ihnen zählen das Bundesverkehrsministerium, das Eisenbahnbundesamt, wir als Programm i2030, bestehend aus den Ländern Berlin und Brandenburg, der Deutschen Bahn und dem Verkehrsverbund Berlin und Brandenburg. Wir dürfen das große gemeinsame Ziel nicht aus den Augen verlieren. Sehr wichtig ist, dass die Bevölkerung mitzieht und diese Transformation zu mehr Personennahverkehr mitgeht. Das heißt, irgendwann werden die Strecken, die wir heute noch im stillen Kämmerlein planen, Realität. Projekte stehen und fallen mit der Unterstützung durch die Öffentlichkeit. Wichtig ist, dass junge Leute Lust haben, bei uns mitzumachen, zu planen. Ich lade alle ein, die interessiert sind, stellvertretend für die anderen Institutionen, die bei uns im Programm mitwirken, also die Länder und den VBB, sich bei uns zu melden. Wer Lust hat, einen langen Atem hat, aber auch kreativ ist und einfach Spaß hat, die Verkehrswende tatsächlich mitzugestalten, soll sich bei uns melden. Egal welche Profession, wir suchen alles. Nur durch ein starkes Team kommen wir voran und können das umsetzen, was wir uns vorgestellt haben.
Als letzter Punkt ist es von essentieller Bedeutung, dass das Geld für die Umsetzung der Projekte da ist. Wir brauchen einfach die finanziellen Mittel, um die Ziele, die wir uns gesteckt haben, auch zu erreichen.  

Botschafter:innen für i2030

Detlef Bröcker + ehem. Geschäftsführer NEB Betriebsgesellschaft

i2030-BOTSCHAFTER:IN

Detlef Bröcker + ehem. Geschäftsführer NEB Betriebsgesellschaft

 

Was soll durch das Projekt i2030 erreicht werden?

Im Rahmen des Projektes i2030 ist es das Ziel, die Schieneninfrastruktur in der Metropolregion Berlin und Brandenburg koordiniert, abgestimmt und zügig auszubauen, um so mitzubauen an der Verkehrswende. Bestehenden Fahrgästen und neuen Fahrgästen soll die Möglichkeit gegeben werden, auf den SPNV umzusteigen und so auch Teil der Verkehrswende zu werden. Für uns als NEB bedeutet das, dass wir mit der Reaktivierung der Stammstrecke für den SPNV und mit der Modernisierung dieser Infrastruktur im südlichen Oberhavel eine Region erschließen, die in den letzten Jahrzehnten stark gewachsen ist. Zehntausende sollen wieder die Möglichkeit haben, mit der Eisenbahn in die Stadt zu kommen oder aus der Stadt nach Hause zu fahren. 

Welche Meilensteine möchten Sie hervorheben?

Das Projekt ist schon relativ weit fortgeschritten. Wir haben am südlichen Ende unserer Infrastruktur, dem vorläufigen Endpunkt Berlin-Wilhelmsruh, bereits das Baurecht. Dort haben wir in der Vergangenheit schon im ersten Bauabschnitt Baumaßnahmen durchführen können. Wir haben den Mauerweg umverlegt, weil der Damm für den neuen Bahnhof verbreitert wird. Wir sind jetzt dabei, das Baufeld für den nächsten Bauabschnitt freizumachen. Ein weiterer Meilenstein ist, dass wir dieses Jahr noch die Bauleistungen vergeben und auch den Baubeginn in Wilhelmsruh umsetzen wollen.
Der nächste wesentliche Meilenstein ist die Beendigung des jetzt laufenden Planfeststellungsverfahrens für den Rest der Stammstrecke, um dann auch hier zügig in die Bauphase zu kommen. 

Was ist für das Gelingen der Projekte wichtig?

Zum einen muss natürlich die Finanzierung gesichert sein für die gesamten Vorhaben und für die Baumaßnahmen. Es ist aber genauso wichtig, dass im Rahmen dieser Planungsverfahren ein abgestimmtes Agieren aller Beteiligten möglich wird. Es muss zielgerichtet auf eine möglichst zügige Umsetzung der Verfahren hinauslaufen. Das betrifft alle beteiligten Träger öffentlicher Belange, die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung und uns als Eisenbahn-Infrastruktur-Unternehmen bei der Umsetzung und Planung der Maßnahmen.  

Botschafter:innen für i2030

Felix Verderber + Angestellter bei DB Regio Nordost

i2030-BOTSCHAFTER:IN

Felix Verderber + Angestellter bei DB Regio Nordost

 

Was soll durch das Projekt i2030 erreicht werden?

Durch das Projekt soll der SPNV attraktiver, zuverlässiger und flexibler für Reisende gemacht werden. Ich möchte, dass mehr Pendler die Schiene ohne Bedenken nutzen können, um zur Arbeit und wieder nach Hause zu kommen und Urlauber ohne Stress umsteigen und nicht im Gang stehen müssen. Es sollen sich auch die Kapazitäten im Zug erhöhen, damit sich die Fahrgäste wohler fühlen, mehr Platz finden im Zug und eine entspannte Atmosphäre vorfinden. Dazu wichtig ist auch die Reaktivierung von Strecken und das Erschließen von neuen Ortschaften, um möglichst viele Menschen zu erreichen. 

Welche Meilensteine sind für Sie wesentlich?

Der große Meilenstein für mich ist ein rasanter Anstieg der Fahrgastzahlen und eine sehr hohe Zufriedenheit bei den Fahrgästen. Je mehr Menschen sich für den SPNV entscheiden, desto besser ist es für die Umwelt und das Stadtbild. Dafür müssen wir uns einsetzen. 

Was ist für das Gelingen der Projekte wichtig?

Viele Berufs- und Hobby-EisenbahnerInnen, die sich für ihren Beruf und/oder das Projekt einsetzen, sind wichtig. Wir sind eine große Familie und wollen sicher irgendwo alle einen Beitrag dazu abgeben, einen Schritt mehr in Richtung Umweltschutz gehen, zum effektiven Stadtverkehr und zur Entlastung der Lärm-Emission in den Städten beitragen. Aber: Wir benötigen auch mehr finanzielle Mittel. Ich denke es liegt im Interesse der Länder und des Staates einen zuverlässigen und flexiblen SPNV zu unterstützen und aufzubauen, da dieser viel energieeffizienter, umweltschonender und zeiteffizienter ist als der Straßenverkehr. 

Botschafter:innen für i2030