Prignitz-Express / Velten
Auf dem i2030-Korridor des Prignitz-Express wird als erstes Teilprojekt der Abschnitt Velten – Neuruppin ausgebaut, um zwei Züge pro Stunde und Richtung auf den Linien RE6 und RB55 zwischen Hennigsdorf und Neuruppin zu ermöglichen. Zur Verbesserung der Schienenverbindung von Hennigsdorf und den Berliner Ortsteilen Tegel, Heiligensee und Reinickendorf, dem Gewerbegebiet Urban Tech Republic sowie in die Berliner Innenstadt wird die Einführung des 10-Minuten-Taktes der S-Bahn zwischen Schönholz und Hennigsdorf mit neuer Verkehrsstation Berlin Borsigwalde geplant. Eine Weiterführung der S-Bahn nach Velten ist ebenfalls Teil der kommenden Vorplanung. Die Taktverdichtung des Prignitz-Express mit zwei Zügen in der Stunde zwischen Hennigsdorf und Berlin über den Außenring wird angestrebt.
Zahlen und Fakten
(Velten-Neuruppin)
alle 20 Min. weiter bis Velten
Ausgangslage
Gleich zwei Regionale Wachstumskerne liegen an diesem Streckenabschnitt: Die Fontanestadt Neuruppin hat als Mittelzentrum eine besondere Funktion für die nähere Umgebung, ist ein wichtiger Tourismusstandort und profiliert sich mit den Clustern Kunststoff/Chemie, Gesundheitswirtschaft, Ernährungswirtschaft sowie Metall. Velten und Hennigsdorf bilden gemeinsam mit Oranienburg unter anderem Deutschlands wichtigsten Bahnindustriestandort und haben hohe Ein- und Auspendleranteile in beide Richtungen.
Neuruppin wurden lange Zeit schrumpfende Einwohnerzahlen prognostiziert, diese Vorhersage hat sich nicht bewahrheitet. Aktuell zieht Neuruppin zahlreiche Hausbauer an. Die Grundstückspreise liegen unter denen in Berlin und im Speckgürtel, stiegen aber ebenso in den vergangenen Jahren.
In der Region werden mehr Einwohner dazukommen, denn entlang der Bahnstrecke Hennigsdorf – Kremmen wird gemäß des Landesentwicklungsplanes Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg (LEP HR) bis Oberkrämer Siedlungswachstum ermöglicht.
Die Züge sind bereits heute gut gefüllt, die Fahrgastzahlen steigen stetig, von 2013 bis 2030 um voraussichtlich 24 Prozent. Die Infrastruktur hält keine Kapazitätsreserven bereit. Das alles macht den Ausbau besonders dringlich.
Zielstellung
- Taktverdichtung zwischen Kremmen und Neuruppin
– 2. Zug je Stunde im Regionalverkehr Hennigsdorf – Neuruppin (Verlängerung der RB55) - Einbindung des 2. Regionalzuges über den Berliner Außenring nach Berlin
- Taktverdichtung zwischen Berlin-Schönholz und Hennigsdorf
– 10-Minuten-Takt der S25 Nord bis Hennigsdorf mit neuer Verkehrsstation Berlin Borsigwalde - Angebotsstärkung zwischen Hennigsdorf und Velten
– S-Bahnverlängerung von Hennigsdorf nach Velten im 20-Minuten-Takt mit zusatzlicher Station Hennigsdorf Nord - Dekarbonisierung des Regionalverkehrs
Projektumfang
S-Bahnausbau Schönholz – Hennigsdorf – Velten
- Schönholz – Hennigsdorf: Variantenplanung für 10-Minuten-Takt S-Bahn mit Prüfung eines Zusatzhalts in Borsigwalde und Verlegung der Station Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik Richtung Ollenhauerstraße zur Verbesserung des Umstieges zur U8
- Ausbauvarianten für 20-Minuten-Takt S-Bahn nach Velten mit einem zusätzlichen Halt in Hennigsdorf Nord
Berlin-Einbindung des Regionalverkehrs (PEX-Süd)
- Untersuchungen zur schnellen Regionalverkehrseinbindung des Prignitz-Expresses über Spandau oder Karower Kreuz (einschließlich Betrachtung „Kurve Hohenschöpping“) in die Berliner Innenstadt
Teilabschnitt Velten – Neuruppin (PEX-Nord)
- Kreuzungsgleis Kremmen
- Begegnungsabschnitt Kremmen – Beetz-Sommerfeld
- Kreuzungsbahnhof Wustrau-Radensleben
- Bahnsteigverlängerungen von Velten bis Neuruppin auf 140 m Nutzlänge
- Erhöhung Geschwindigkeit in Velten und Neuruppin auf 120 km/h
Elektrifizierung Hennigsdorf – Wittenberge
- Dekarbonisierung des Regionalverkehrs durch Elektrifizierung der gesamten Strecke Hennigsdorf – Wittenberge
Ergebnisstand
S-Bahnausbau Schönholz – Hennigsdorf – Velten
Projektstatus: Vorbereitung der Vorplanung
- Finanzierungsvertrag zu S25-Nord für Vorplanung (Leistungsphase 2) gezeichnet
Berlin-Einbindung des Regionalverkehrs (PEX-Süd)
Projektstatus: Vorbereitung der Vorplanung
- Fahrplanuntersuchungen abgeschlossen und Engpässe identifiziert (u.a. Kurve Hennigsdorf auf den Außenring, Kurve Karower Kreuz, Bahnhof Gesundbrunnen)
- Finanzierungsvertrag zu PEX-Süd für Vorplanung (Leistungsphase 2) mit Betrachtung „Kurve Hohenschöpping“ gezeichnet
Teilabschnitt Velten – Neuruppin (PEX-Nord)
Projektstatus: Entwurfs- und Genehmigungsplanung
- Das Planrecht wird für alle Teilvorhaben sukzessive bis Mitte des Jahres 2025 erwartet.
- Zur Förderung des Projektes für die Baufinanzierung finden regelmäßige Abstimmungen mit dem Bund statt.
- Der Umsetzungszeitpunkt kann genauer bestimmt werden, wenn das Planrecht für alle Abschnitte erreicht wurde und die Baufinanzierung durch das Land Brandenburg und den Bund gesichert ist.
- Nach GVFG-Bundesgesetz werden die Vereinbarungen zur Baufinanzierung nach Erlangung des Planrechts verhandelt. Dieser Prozess startet vsl. 2025
- Nach Sicherung der Baufinanzierung wird der Bautermin verbindlich festgelegt.
- mehr Infos im BauInfoPortal der Deutschen Bahn
Elektrifizierung Hennigsdorf – Wittenberge
Projektstatus: Abschluss Grundlagenermittlung
- Finanzierungsvereinbarung für die weitere Planung (Leistungsphase 2-4) zwischen Land Brandenburg und Deutscher Bahn geschlossen
FAQs
Für die kommenden Baumaßnahmen sind die dafür nötigen Sperrpausen durch die DB InfraGO AG angemeldet. Die Baudurchführung ist für das Jahr 2027 geplant. Die zeitweisen Einschränkungen auf den Linien der RE6 und RB55 (künftig RE 2) während der Baumaßnahmen sollen möglichst geringgehalten werden. Informationen dazu werden rechtzeitig bekanntgegeben.
Als Ziel der ersten Ausbaustufe zwischen Velten und Neuruppin wird die Anbindung von Wustrau-Radensleben (von zweistündliche auf stündliche Bedienung) sowie Neuruppin (von stündlich auf 2x stündlich) verbessert.
Mit der Inbetriebnahme der ersten Ausbaustufe geht die Bedienung von Beetz-
Sommerfeld vom RE6 auf die RB55 (künftig RE 2) über. Die Station wird weiterhin stündlich bedient werden. Für einen Übergangszeitraum bis zur Umsetzung der weiteren Baustufen im i2030-Korridor Prignitz-Express/Velten wird die direkte Verbindung über den Fernbahnhof Spandau nach Berlin nicht zur Verfügung stehen, sondern in Hennigsdorf ein Umstieg auf die S-Bahn erforderlich sein. Das Land arbeitet gemeinsam mit den i2030-Partnern darauf hin, den Zwischenzustand bis zum Zielzustand so kurz wie möglich ausfallen zu lassen.
Das Verkehrskonzept des angestrebten Zielzustandes sieht vor, den RE6 voraussichtlich von Wittenberge über Neuruppin, Velten und eine Verbindungskurve („Kurve Hohen-schöpping“) auf den Berliner Außenring zum Zielpunkt Berlin Gesundbrunnen zu führen. Die RB55 (künftig RE 2) soll von Neuruppin kommend ab Hennigsdorf über Spandau nach Berlin geführt werden. Somit erhält Beetz-Sommerfeld die Direkt-verbindung nach Berlin-Spandau über die RB55 (künftig RE 2) im Zielzustand wieder zurück.
Die Direkteinbindung der Regionalverkehrslinien des Prignitz-Express von Velten/Hennigsdorf nach Berlin Gesundbrunnen über die sogenannte Kremmener Bahn war eine Zielstellung der Grundlagenermittlung, die verworfen werden musste. Hauptgrund dafür sind die hohen baulichen Aufwendungen im städtischen Umfeld, welche für die Führung des Prignitz-Expresses parallel zur S25 im Rahmen einer fördernotwendigen Nutzen-Kosten-Untersuchung zu einem unwirtschaftlichen Ergebnis führten. Das sind die Gründe im Überblick:
- Aufgrund der innerstädtischen Lage und den beengten Platzverhältnissen würden für einen gleichzeitigen Ausbau für die Erfordernisse sowohl des Regionalverkehrs als auch des S-Bahnverkehrs außerordentlich hohe Investitionskosten anfallen.
- Der Bahnübergang Gorkistraße stellt eine wichtige Ortsteilverbindung innerhalb Tegels dar und wird u.a. von zahlreichen Buslinien passiert. Es bleibt im weiteren Projektverlauf zu prüfen, ob sich mit der geplanten Einführung des 10-min-Taktes auf der S25 und der damit einhergehenden Erhöhung der Zugzahlen der Bahnübergang erhalten bleiben kann oder aber an seiner Stelle eine niveaufreie Querung mit einer Eisenbahnüber- oder -unterführung der Gorkistraße ersetzt werden muss. Im Falle der Regionalverkehrslösung hätte zusätzlich zu den beiden S-Bahngleisen noch ein Fernbahngleis die Gorkistraße gequert, wodurch ein Erhalt des Bahnübergangs nahezu ausgeschlossen wäre. Im Falle einer neuen niveaufreien Querung von Bahntrasse und Gorkistraße müsste voraussichtlich der Bahnhof Tegel umfassend und kostenintensiv umgebaut werden.
- Darüber hinaus wären für einen Mischverkehr (Gemeinschaftsbetrieb) von S-Bahn und Regionalverkehren auf einer gemeinsamen Strecke umfangreiche Sonderlösungen z. B. bei den Signalanlagen und der Energieversorgung erforderlich. Zudem würden im Störungs- bzw. Verspätungsfall des einen Verkehrsmittels Beeinträchtigung auf das andere Verkehrsmittel direkt übertragen.
Mit dem angepassten Zielkonzept können die verkehrlichen Ziele auch mittels einer Berlin-Einbindung über den vorhandenen Berliner Außenring und verschiedenen Infrastrukturerweiterungen erreicht werden.
Für den angestrebten 10-Minuten Takt bei der S-Bahn bis Hennigsdorf soll der Abschnitt Schönholz – Hennigsdorf nach Möglichkeit vollständig zweigleisig ausgebaut werden und zusätzlich eine neue Verkehrsstation Borsigwalde eingerichtet werden. Weiterhin soll der S-Bahnhof Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik in Richtung Osten verschoben werden und damit einen kurzen und barrierefreien Umstieg zur U8 erhalten. Außerdem sollen die Bahnsteige verlängert werden, um den Einsatz von Zügen mit der maximal möglichen Länge von acht Wagen (Vollzügen) zu ermöglichen.
Diese Entscheidung ist im Jahr 2022 einvernehmlich zwischen den Projektpartnern getroffen worden und ergibt sich aus den verkehrlichen Zielen, die sich u. a. aus den Nahverkehrsplänen der Länder Berlin und Brandenburg ableiten. Daraus geht hervor, dass die schnelle Direktverbindung von Neuruppin nach Berlin vorrangig ist. Durch den Entfall des „Kopfmachens“ (Richtungswechsel des Zuges) in Hennigsdorf sowie die direkte Führung über den nordöstlichen Außenring wird der RE6 in Zukunft deutlich beschleunigt.
Gleichwohl bleibt Hennigsdorf durch die RB20, die RB55 (künftig RE 2) und die S-Bahn weiterhin in alle Richtungen umsteigefrei angebunden. Einzig zu Zielen nördlich von Neuruppin (z.B. Wittstock (Dosse), Pritzwalk und Wittenberge) muss in Velten künftig in den RE6 umgestiegen werden. Zwischen Velten und Hennigsdorf soll in Zukunft zusätzlich zur RB55 (künftig RE 2) die verlängerte S25 im 20-Minuten-Takt verkehren. Die umsteigefreie Direktverbindung von Neuruppin, Velten und Hennigsdorf in Richtung des Fernbahnhofs Berlin-Spandau soll über die Verlängerung der RB55 (künftig RE 2) im Zuge der Durchbindung auf eine andere Linie erhalten bleiben.
Die Alternative zur Vollelektrifizierung wäre der Einsatz von Batteriezügen gewesen. Um einen sicheren Batteriebetrieb zu gewährleisten, hätte jedoch ein nicht unerheblicher Teil der Strecke elektrifiziert werden müssen, daher sind die Sprungkosten zur Vollelektrifizierung vergleichsweise niedrig. Durch die Elektrifizierung können zukünftig, unter Einsatz von Ökostrom, bis zu 7000 Tonnen CO2 im Jahr eingespart werden.
Aus der Vollelektrifizierung ergeben sich außerdem betriebliche Vorteile:
- keine besonderen Fahrzeuge nötig, uneingeschränkter Einsatz elektrischer Fahrzeuge
- kein Zeitbedarf für das Aufladen der Fahrzeuge notwendig
- Strecke im Bau- oder Störungsfall besser für Umleitungen nutzbar, damit erhöhte Resilienz
Infrastrukturell ist der zweigleisige Ausbau der S-Bahn bis Hennigsdorf sowie die Verlängerung bis nach Velten ein anspruchsvolles Projekt. Grund dafür sind die beengten Platzverhältnisse im städtischen Umfeld sowie die zahlreichen flankierenden Maßnahmen. Zusätzlich sollen neue S-Bahnstationen im Bereich Borsigwalde und Hennigsdorf Nord errichtet, der Bahnhof Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik verschoben sowie der Bahnhof Hennigsdorf umfangreich umgebaut werden.
Bei allen Planungen wird das aktuell gültige, umfangreiche Regelwerk berücksichtigt. Hierbei werden auch alle technischen und sonstigen Anforderungen, z. B. im Hinblick auf Umwelt- und Naturschutz sowie Schallschutz und Bürgerbeteiligung beachtet. In diesem Rahmen arbeiten die Projektpartner an einer möglichst zügigen Umsetzung des Projektes und gleichzeitig an der notwendigen Finanzierungssicherung durch Bundesmittel.
Im Projekt i2030 haben wir den Anspruch, die Öffentlichkeit möglichst frühzeitig bei den Planungen einzubinden und über die Ausbauvorhaben zu informieren. Für den Ausbau im Abschnitt Velten Neuruppin haben wir zuletzt im Oktober 2023 die anliegenden Kommunen und im Juni 2024 die breite Öffentlichkeit über den aktuellen Planungsstand im Korridor Prignitz-Express / Velten informiert. In den verlinkten Beiträgen finden Sie die jeweilige Präsentation zum Download.
Aktuell befinden sich der zweigleisige Ausbau nach Hennigsdorf und die Verlängerung der S-Bahn nach Velten am Beginn der Vorplanung (Leistungsphase 2 nach HOAI), die vsl. bis 2027 läuft und in der erste konkrete Planungsergebnisse erstellt werden. Entsprechend dem Planungsfortschritt und vor Abschluss der Vorplanung werden wir die Öffentlichkeit über verschiedene Infoformate über den Projektstand informieren. Aktuelle Informationen sind auch im Bauinfoportal der DB zu finden https://bauprojekte.deutschebahn.com/p/pex-nord
Zudem können Sie über i2030@vbb.de sowie bauprojekte.ost@deutschebahn.com jederzeit mit uns in Kontakt treten.
Für den Infrastrukturausbau zur Taktverdichtung zwischen Velten und Neuruppin hat das Land Brandenburg im Dezember 2020 einen Planungsvertrag über die aktuellen Leistungsphasen 3/4 (HOAI), also die Entwurfs- und Genehmigungsplanung, mit den Eisenbahninfrastrukturunternehmen der DB AG abgeschlossen. Das Auftragsvolumen für diese beiden Phasen beläuft sich auf rund 9 Millionen Euro.
Im Dezember 2024 hat das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung Brandenburg (MIL) einen Finanzierungsvertrag für die weiteren Leistungsphasen gezeichnet. Der Vertrag umfasst die Leistungsphasen 5 bis 7 (HOAI), also Ausführungsplanung, Ausschreibungsunterlagen, Vorbereitung und Mitwirkung bei der Vergabe sowie bauvorbereitende Arbeiten für den Ausbau zwischen Velten und Neuruppin. Für diese weiteren Planungsphasen und die bauvorbereitenden Maßnahmen werden vom Land Brandenburg insgesamt 12,7 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.
Aktuell wird parallel zu den laufenden Planrechtsverfahren intensiv die Finanzierungssicherung der Baurealisierung durch das Land Brandenburg und die Deutsche Bahn vorangetrieben. Gemeinsames Ziel ist es, den GVFG-Kategorie A-Antrag zur Sicherung der notwendigen Bundesförderung in Höhe von bis zu 75% der förderfähigen Investitionskosten durch die DB InfraGO beim Bund zu stellen.
Die Verhandlungen über einen entsprechenden GVFG-Realisierungsvertrag zwischen dem Land und der DB starten in Kürze.
Zudem wird der Bund konsequent über die Maßnahme informiert und die GVFG-Antragsstellung vorbereitet – dieses auch im Rahmen von Terminen mit dem Bund/EBA.